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Paper of the Month

April 2020


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AntimiR-21 Prevents Myocardial Dysfunction in a Pig Model of Ischemia/Reperfusion Injury. JACC (2020), DZHK-Autoren: Rabea Hinkel, Deepak Ramanujam, Katharina Klett, Christina Beck, Anne Dueck, Karl-Ludwig Laugwitz, Lars Maegdefessel, Christian Weber, Christian Kupatt, Stefan Engelhardt

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30 Prozent der Patienten mit einem Herzinfarkt entwickeln eine Herzschwäche. Diese ist durch ungünstige Umbauprozesse im Herzmuskel gekennzeichnet, einschließlich kardialer Hypertrophie und Fibrose. Selbst wenn die Patienten medizinisch optimal behandelt werden, schreitet der Umbau des Herzmuskels typischerweise voran und die mit der Herzschwäche verbundenen Sterblichkeitsraten bleiben hoch.

Neue therapeutische Strategien sind daher dringend erforderlich. Eingriffe mithilfe spezifischer mikroRNAs stellen eine solche neue Behandlungsoption dar. MikroRNAs sind kleine, nicht-codierende RNAs, welche die Genexpression regulieren. Sie tragen nachweislich zu verschiedenen Herzerkrankungen bei. Spezifische synthetische Oligonukleotide, so genannte anti-miRs, können mikroRNAs wirksam hemmen.

DZHK-Wissenschaftler der Pharmakologie und der Inneren Medizin an der Technischen Universität München (TUM) konnten zusammen zeigen, dass die lokal begrenzte Anwendung von antimiR-21 in Herzkranzgefäßen die ungünstigen Umbauprozesse verhindert, indem sie die Herzmuskelentzündung und die Fibrose hemmt. Die Herzfunktion verbesserte sich dadurch signifikant. Die gesamte Studie wurde an Schweinen durchgeführt, einem Großtiermodell, das dem Menschen anatomisch und physiologisch ähnlich ist. Synthetische Inhibitoren der miRNA-21 (antimiR-21) befinden sich derzeit in Phase II der klinischen Prüfung bei Patienten mit Nierenfibrose. Die vorliegende Studie deutet nun darauf hin, dass die kathetergestützte, regionale Applikation von LNA-antimiR-21 am Herzen eine neuartige therapeutische Option bieten könnte, um zu verhindern, dass sich nach einem akutem Herzinfarkt Herzfibrose und Herzschwäche entwickeln.

Publikation