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Drei Fragen an: Prof. Steffen Massberg


Steffen Massberg vom Standort München ist neues Vorstandsmitglied. (Foto: DZHK)


Der Kardiologe vom Klinikum der Universität München tritt am 1. Januar 2020 im DZHK-Vorstand die Nachfolge von Prof. Gerd Hasenfuß an.

Was ist ihr Forschungsschwerpunkt?

In der Grundlagenforschung untersuche ich das Wechselspiel zwischen Blutplättchen, Blutgerinnung und Entzündungszellen. Wir konnten zeigen, dass Neutrophile, das sind Immunzellen, auch stark in Gerinnungsprozesse eingreifen. Wir hoffen auf neue Ansätze für die Behandlung von Herzinfarkt und Schlaganfall, die ja durch Blutgerinnsel in den Gefäßen entstehen.

Was ist für Sie Translation?

Ich muss die Möglichkeit haben, meine Forschungsergebnisse, die irgendwann mal Patienten helfen sollen, in klinischen Studien zu testen. Das ist uns zum Beispiel mit dem Wirkstoff Revacept gelungen. Revacept ist ein neuartiger Plättchenhemmer, der nur an verletzten Gefäßwänden wirkt. Wir leiten eine klinische Studie, die untersucht, ob Revacept bei Herzkatheteruntersuchungen andere Blutverdünner ersetzen kann. Dadurch würde sich Gefahr von Blutungen anderswo im Körper erheblich reduzieren.

Was sehen Sie als Schwerpunkt für Ihre Arbeit im Vorstand?

In meinen Augen ist das DZHK die aktuell wichtigste Fördermöglichkeit für klinische Studien in Deutschland. Wir bauen hier eine gemeinsame Studienkultur auf. Ich würde mich gern dafür einsetzen, dass wir noch strategischer überlegen, in welchen Bereichen wir klinische Forschung für erforderlich und erfolgreich halten. Außerdem glaube ich, dass wir in der klinischen Forschung unsere Ressourcen noch mehr bündeln können, indem wir beispielsweise an jedem Standort ein zentrales Studienzentrum für das DZHK einrichten, dass dann für alle Studien am Standort verantwortlich wäre.


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