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Wie aktiv ist Deutschlands Herz-Kreislauf-Forschung?



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Der aktuelle Deutsche Herzbericht 2015 liefert einen einzigartigen Überblick über die vielschichtige kardiovaskuläre Forschung (Autor des Forschungsteils: Thomas Eschenhagen, Vorstandsprecher des DZHK).

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Wer investiert in Deutschland in welcher Höhe in die Herz-Kreislauf-Forschung? In welchem Verhältnis steht die staatliche Förderung gegenüber der industriell finanzierten Forschung? An welchen Herz-Kreislauf-Leiden wird am meisten geforscht? Welche Städte haben die meisten zitierten Autoren im Bereich der Herz-Kreislauf-Forschung? Diese und viele weitere wichtige Fragen für Entscheider im Gesundheitswesen und Wissenschaftsinteressierte beantwortet das Forschungs-Kapitel des neuen Herzberichts 2015, der bei der Deutschen Herzstiftung unter www.herzstiftung.de/herzbericht kostenfrei erhältlich ist. „Auch aufgrund des demografischen Wandels werden wir es bei chronischen Herzkrankheiten wie Herzschwäche und Aortenklappenstenose mit einer zunehmenden Zahl an Klinikeinweisungen zu tun haben, was sich zukünftig deutlich auch auf den Förderbedarf in der Herz-Kreislauf-Forschung auswirken dürfte“, betont Prof. Dr. med. Thomas Eschenhagen, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) und Autor des Forschungs-Kapitels im Herzbericht. Laut DZHK verursachen Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 1,5 Millionen stationären Behandlungen pro Jahr in Deutschland die mit Abstand höchsten Krankheitskosten.

Woran wird am meisten geforscht?

Die meisten der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligten Forschungsprojekte widmeten sich 2014 den krankhaften Veränderungen der Arterien (Atherosklerose), die dem Herzinfarkt vorausgehen, ebenso den Mechanismen der Blutgerinnselbildung (Thrombose) und der Thrombozytenfunktion, die bedeutsam für die Entstehung von Infarkten sind. Darauf folgen bei den DFG-geförderten Forschungsbereichen die bildgebenden Verfahren zur Darstellung von Herz und Gefäßen zur besseren Diagnostik und Planung von Eingriffen am Herzen sowie Vorhaben zur Herzmuskelverdickung (kardiale Hypertrophie). Von der Deutschen Herzstiftung (DHS)/Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF) geförderte Vorhaben legten ihren Fokus vor allem auf die kardiovaskuläre Versorgungsforschung, auf chirurgische und andere invasive Verfahren sowie Mechanismen der Rhythmusstörungen.

Drittmittelgeber: Wer investiert in welcher Höhe in die Herz-Kreislauf-Forschung?

In Deutschland werden Projekte der kardiovaskulären Grundlagenforschung über die DFG, das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die DHS/DSHF oder die Europäische Union (EU) gefördert. Auch für klinische Studien kommen Finanzmittel von diesen Institutionen. Groß ist der Anteil an Forschungsinvestitionen von der Industrie. „Allerdings darf der Anteil der öffentlichen Drittmittelgeber an der Forschungsförderung insgesamt nicht unterschätzt werden. Die DFG war 2014 mit Abstand der am häufigsten in Publikationen genannte Drittmittelgeber“, betont Eschenhagen, Mitglied des Wissenschaftl. Beirats der Herzstiftung. Damit rangiert die DFG, die für 2014 ein Fördervolumen von 38,5 Millionen Euro für 154 bewilligte Projekte aufweist, vor den US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH), dem BMBF, der EU und der American Heart Association (AHA). Insgesamt kommen die öffentlichen Drittmittelgeber auf etwa ein Drittel (32 %) der Nennungen. 

Das DZHK mit seinen 31 Partnereinrichtungen an sieben Forschungsstandorten mit rund 140 Wissenschaftlern wurde 2014 mit 14,7 Millionen Euro (90 % Bund, 10 % Länder) gefördert. Die Deutsche Herzstiftung und die DSHF förderten 2014 die kardiovaskuläre Forschung mit einem Gesamtfördervolumen von 1,48 Millionen Euro durch 25 Forschungsprojekte, Wissenschaftspreise und Stipendien.

Städtevergleich: Wo ist die Forschungsaktivität am höchsten?

Nach Städten rangiert für die meisten Publikationen im Bereich der Herz-Kreislauf-Forschung im Jahr 2014 München an erster Stelle, gefolgt von Berlin und Hamburg. München steht auch bei den häufigsten Zitationen kardiovaskulärer Publikationen an der Spitze, gefolgt von Berlin und Essen. Dass aber weder die Zahl der Publikationen noch die Zahl der Zitierungen Aussagen zur Qualität der Forschung erlauben, „sondern erst das kritische und vollständige Lesen der entsprechenden Arbeiten“, bemerkt Prof. Eschenhagen, betont aber: „Allerdings sind Forschungspublikationen ein Messwert der akademischen Forschung und geben einen allgemeinen Eindruck von der Forschungsaktivität in den Ländern und Institutionen.“

Druckfähiges Bildmaterial aus dem Herzbericht 2015 erhalten Sie zum Download unter: 
www.herzstiftung.de/presse/bildmaterial/forschung-investitionen.jpg
www.herzstiftung.de/presse/bildmaterial/forschung-publikationen.jpg
www.herzstiftung.de/presse/bildmaterial/forschung-zitationen.jpg
www.herzstiftung.de/presse/bildmaterial/herzbericht-collage.jpg

Quelle: Pressemitteilung Deutsche Herzstiftung