Paper of the Month

September 2017


Optimal timing of an invasive strategy in patients with non-ST-elevation acute coronary syndrome: a meta-analysis of randomised trials. The Lancet, Volume 390, No. 10096, p737–746, 19 August 2017, DZHK-Autoren: Jobs, Kastrati, Desch, Thiele

Forscher von den DZHK-Standorten Lübeck und München und vom Herzzentrum Leipzig – Universitätsklinik berichten in dem Journal The Lancet über die Ergebnisse ihrer Meta-Analyse zum optimalen Zeitpunkt der invasiven Koronarangiographie bei Patienten mit einem akuten Koronarsyndrom ohne ST—Strecken-Hebung. Anders als beim akuten Myokardinfarkt mit ST-Strecken-Hebung ist der Zeitpunkt der Koronarangiographie (Zeit zwischen Krankenhausaufnahme und Durchführung der Koronarangiographie) umstritten. Mehrere Studien haben diese Frage untersucht. Sie alle waren jedoch zu klein, um eine verlässliche wissenschaftliche Aussage in Bezug auf harte Endpunkt, wie Tod oder Reinfarkt, treffen zu können. In der Vergangenheit haben deshalb mehrere Wissenschaftler die publizierten Studiendaten in Meta-Analysen zusammengefasst und dabei beobachtet, dass eine frühe Koronarangiographie u.a. die Krankenhausverweildauer sowie die Häufigkeit refraktärer/wiederkehrender Ischämiesymptome reduziert. Allerding gelang bisher keiner Meta-Analyse eine klare Aussage hinsichtlich harter klinischer Endpunkte, wie der Sterblichkeit. In der aktuell publizierten Meta-Analyse gelang es den DZHK-Forschern durch eine methodisch aufwändigere Methodik mit der Verwendung von Individual-Patientendaten, Patientengruppen mit einem besonders hohen Risiko separat zu analysieren. Diese sogenannten Subgruppenanalysen weisen erstmalig darauf hin, dass eine frühe Koronarangiographie bei Patienten mit einem Myokardinfarkt ohne ST-Strecken-Hebung, Diabetes mellitus, einem hohen Punktwert bei einem Risiko-Score und Patienten älter als 75 Jahre die Mortalität im Vergleich zu einer späteren Koronarangiographie senken könnte. Allerdings bedürfen diese Ergebnisse, die aus Subgruppen generiert wurden, der Bestätigung durch eine große randomisierte Studie. Deshalb nutzen dieselben DZHK-Forscher das Ergebnis der Meta-Analyse zur Planung einer großen Interventionsstudie, in der die aufgeworfenen Hypothesen geprüft werden sollen.

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