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ERC Advanced Grant für Prof. Christian Weber

Der Europäische Forschungsrat (ERC) vergibt einen prestigeträchtigen Advanced Grant an Prof. Christian Weber für seine Forschung zur Rolle von mikro-RNAs bei Atherosklerose. Er ist Direktor des Instituts für Prophylaxe und Epidemiologie der Kreislaufkrankheiten am LMU Klinikum sowie Inhaber des Lehrstuhls für Präventive Vaskuläre Medizin und Mitglied im Exzellenzcluster SyNergy. Für Prof. Weber ist es bereits der dritte ERC Grant in seiner Karriere. Mit den Fördergeldern von bis zu 2,5 Millionen Euro werden hochinnovative Forschungsprojekte unterstützt, die über den bisherigen Forschungsstand hinausgehen und neue Forschungsgebiete erschließen.

Ein Mann mit Brille und blauem Anzug lächelt, während er drinnen vor einer Treppe steht.
Prof. Christian Weber ist Direktor des Instituts für Prophylaxe und Epidemiologie der Kreislaufkrankheiten am LMU Klinikum sowie Inhaber des Lehrstuhls für Präventive Vaskuläre Medizin und Mitglied im Exzellenzcluster SyNergy. © LMU

Atherosklerose ist die wichtigste Ursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die weltweit die häufigste Todesursache darstellen. Christian Weber konnte nachweisen, dass ein mikro-RNA-Schnipsel namens miR126-5p vor Atherosklerose schützen kann, indem er im Zellkern das Enzym Caspase-3 bindet und inaktiviert, welches den programmierten Zelltod einleitet. Damit entdeckte Weber eine völlig neue Funktion von mikro-RNAs, von denen man bis dahin annahm, dass sie typischerweise im Zytoplasma agieren und in einem Silencing-Komplex Boten-RNAs unterdrücken oder abbauen. Vermittelt wird der neue Signalweg durch das RNA-bindende Protein MEX3A, das nun im Fokus von Webers ERC-Projekt MONOFUN-CV steht.

In seinem Projekt nimmt Weber MEX3A als Ausgangspunkt, um diese neu entdeckten nicht-kanonischen miRNA-Mechanismen mit seinem Team systematisch zu untersuchen. Ziel ist es, die zellspezifischen Funktionen von MEX3A bei der Atherosklerose im Mausmodell zu erforschen sowie in Analogie genetische Risikofaktoren beim Menschen zu identifizieren. Mithilfe verschiedener Screenings wollen die Forschenden weitere miRNAs finden, deren Wirkung durch MEX3A vermittelt wird, sowie andere Proteine, die direkt durch miRNAs reguliert werden, und die strukturellen Mechanismen für die Funktion von MEX3A aufklären. Zu den Zielen des Projekts gehört es auch, die direkten Wechselwirkungen zwischen miR-126-5p und Caspase-3 zu analysieren – inklusive ihrer biologischen Relevanz in vivo – und systematisch nach weiteren funktionellen miRNA-Protein-Paaren zu suchen, die als Vorlage für neuartige RNA-basierte Therapeutika dienen können.

Langfristig könnten diese Erkenntnisse neue Einblicke in nicht kanonische Mechanismen von miRNAs ermöglichen und neue therapeutische Ansätze eröffnen – nicht nur für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern auch für andere Krankheitsbilder.


Quelle: Pressemitteilung Klinikum der Universität München