Ein internationales Konsortium unter Leitung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) startet das EU-geförderte Forschungsprojekt CURE-SHOCK. Das Vorhaben wird im Rahmen von Horizon Europe mit rund 8 Millionen Euro unterstützt und untersucht einen neuen Therapieansatz für Patientinnen und Patienten mit lebensbedrohlichem Kreislaufschock.
Wissenschaftlicher Koordinator des Projekts ist Prof. Mahir Karakas, DZHK-Wissenschaftler am UKE. Ebenfalls beteiligt ist die DZHK-Wissenschaftlerin Prof. Tanja Zeller vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) und der Universität zu Lübeck. UKE, UKSH und Universität zu Lübeck sind Partnerinstitutionen des DZHK-Standorts Nord.
Kreislaufschock infolge schwerer Infektionen, traumatischer Verletzungen oder großflächiger Verbrennungen zählt zu den größten Herausforderungen der Intensivmedizin. Trotz moderner Behandlungsmöglichkeiten ist die Sterblichkeit weiterhin hoch. Bisher stehen vor allem unterstützende Therapien zur Verfügung.
Im Mittelpunkt von CURE-SHOCK steht das Enzym Dipeptidylpeptidase 3 (DPP3), das bei schweren Schockverläufen eine wichtige Rolle spielen könnte. Das Projekt untersucht den neuartigen Antikörper Invobenitug, der erhöhte DPP3-Spiegel im Blut gezielt neutralisieren soll. Ziel ist es, die Herz-Kreislauf-Funktion zu stabilisieren, Organversagen zu verringern und die Behandlungsergebnisse schwerkranker Patientinnen und Patienten zu verbessern.
Die klinische Studie wird an Zentren in Deutschland, Polen und der Ukraine durchgeführt. Mithilfe eines Schnelltests sollen diejenigen Patientinnen und Patienten identifiziert werden, die besonders von der neuen Therapie profitieren könnten. Damit verfolgt das Projekt einen Ansatz der Präzisionsmedizin in der Intensivmedizin.
Das Projekt läuft über 42 Monate und wurde zusätzlich mit dem STEP-Siegel der Europäischen Union ausgezeichnet, das Projekte mit besonderer strategischer Bedeutung für Europas Innovationskraft würdigt.
Weitere Pressemeldungen:
Forschende untersuchen Therapien bei lebensbedrohlichem Kreislaufschock (UKSH, 12.6.2026)
Das EU-Projekt CURE-SHOCK wird von einem internationalen Konsortium unter Leitung des UKE koordiniert. Informationen zu den Projektzielen, Partnern und geplanten Studien finden Sie auf der Projektwebseite:
https://www.cure-shock.eu/