Nachrichten

Neues Forschungszentrum ICON am DZHK-Standort eröffnet

Mit dem neuen Forschungszentrum ICON (Interfaculty Center for Endocrine and Cardiovascular Disease Network Modelling and Clinical Transfer) bekommt die translationale Forschung an der LMU München ein hochmodernes Haus. Das mit 63 Millionen Euro vom Bund und vom Freistaat Bayern finanzierte Zentrum – kofinanziert von der LMU und vom LMU Klinikum – wurde am 30. Juni in Anwesenheit von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär sowie den bayerischen Ministern Markus Blume (Wissenschaft) und Christian Bernreiter (Bau) feierlich eröffnet.

 

 Ein mit weißen und grauen Paneelen gebautes Gebäude, das einen klaren und anspruchsvollen architektonischen Stil widerspiegelt.
Am ICON vereinen sich tierexperimentelle Forschung und Klinik auf 2.300 qm unter einem Dach: High-Tech-MRT, Herzkatheter, 3-D-Echokardiographie und invasive Monitoring-Systeme stehen direkt neben den OP-Sälen und der Early Clinical Trial Unit. So lassen sich neue Therapien validieren und schnell in klinische Studien überführen – zum Nutzen für Patientinnen und Patienten. l © LMU Klinikum

Von den Arbeiten am ICON sollen künftig insbesondere Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz, Rhythmusstörungen, Herzklappenerkrankungen sowie Diabetes und anderen metabolischen Störungen profitieren. Auf rund 2.300 Quadratmetern vereint das Zentrum modernste Infrastruktur, spezialisierte Großtiermodelle und hochauflösende Bildgebung unter einem Dach.

„ICON bildet die Brücke zwischen Grundlagenforschung und klinischer Anwendung. Dafür gibt es hier bestmögliche strukturelle und personelle Voraussetzungen. Ich kenne europaweit keine Institution, die für moderne Therapieansätze am Herzen so fortschrittlich ist“, betont Professor Steffen Massberg, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am LMU Klinikum. Massberg ist im Vorstand des DZHK.

Ein entscheidender Baustein der Arbeit am ICON ist die enge Kooperation zwischen Human- und Veterinärmedizin, Biologie, Gentechnologie, Pharmazie und Chemie: "Im Gebäude konzentriert sich eine Vielzahl hochspezialisierter Arbeitsgruppen, die jeweils ein Spektrum an Untersuchungsmöglichkeiten auf dem höchsten Niveau beherrschen,“ so DZHK-Wissenschaflter Professor Eckhard Wolf, Lehrstuhl für Molekulare Tierzucht und Biotechnologie an der LMU. "Unser Ziel mit ICON ist, mithilfe von Großtiermodellen neue therapeutische, diagnostische und präventive Maßnahmen bis zur Klinikreife weiterzuentwickeln."

Im Interview stellen Steffen Massberg und Eckhard Wolf die Forschung am ICON vor: Geballte Expertise für medizinischen Forschungstransfer

Translation im Fokus

Mitarbeiter aus dem LMU Klinikum und der LMU können neue Methoden direkt im Tierversuch auf Sicherheit und Wirksamkeit für die Patienten prüfen. Neuentwicklungen, die am ICON entstehen, finden einen direkten Zugang in die Klinik – ein Ansatz, der in der Herzmedizin in Deutschland einmalig ist.

Auch der Wissenstransfer in die Industrie wird gezielt gefördert. „Mit dem Start-up-Campus Martinsried haben wir eine direkte räumliche Anbindung an junge Unternehmen, suchen aber auch die Zusammenarbeit mit größeren Firmen. Je näher eine Anwendung an die Klinik kommt, desto wichtiger ist der Input der Industrie“, so Massberg.

Forschungshighlights am ICON mit DZHK-Beteiligung:

  • Die Arbeitsgruppe um Prof. Steffen Massberg erprobt erstmals eine CRISPR/Cas9-basierte Gentherapie zur Korrektur erblicher Kardiomyopathien.
  • Neue Impulse kommen vom Exzellenzcluster NUCLEATE, der sich auf individualisierte RNA-Therapien konzentriert. Interview mit Prof. Stefan Engelhardt (Technische Universität München und Principal Investigator am DZHK): „Wir erleben gerade eine Revolution in der Nukleinsäure-Forschung“
     

Quelle: LMU Klinikum