Contractile Force of Transplanted Cardiomyocytes Actively Supports Heart Function After Injury. Circulation (2022)

DZHK-Autor:innen: Tim Stüdemann, Judith Rössinger, Christoph Manthey, Rajiven Srikantharajah, Constantin von Bibra, Aya Shibamiya, Maria Köhne, Thomas Eschenhagen, Florian Weinberger

Das erwachsene Herz hat eine sehr begrenzte Regenerationsfähigkeit. Daher führt ein Herzinfarkt häufig zu einer Herzinsuffizienz, einer Krankheit, für die es derzeit keine heilende Therapie gibt. Die Transplantation von aus Stammzellen gewonnenen Kardiomyozyten ist eine vielversprechende Behandlungsmöglichkeit, die sich in präklinischen Modellen als erfolgreich erwiesen hat. Außerdem wurde dieser Ansatz in ersten klinische Studien umgesetzt. Der zugrunde liegende Mechanismus dieser Therapie ist jedoch noch nicht aufgeklärt. In dieser Studie wurde untersucht, ob die transplantierten Kardiomyozyten aktiv an der Krafterzeugung des linken Ventrikels beteiligt sind. Dazu wurden aus Stammzellen abgeleitete Kardiomyozyten so manipuliert, dass sie die Kontraktilität mithilfe von Licht ausschalten. Diese Zellen wurden dann in ein präklinisches Tiermodell transplantiert. Die Abschaltung der Kardiomyozyten in diesem Modell führte zu einer Verringerung der Herzfunktion, ein Effekt, der nach Beendigung der Photostimulation reversibel war. Diese Ergebnisse zeigen zum ersten Mal, dass transplantierte Kardiomyozyten aktiv zur Herzfunktion beitragen und sind daher ermutigend für laufende und zukünftige klinische Versuche. Die Transplantation von aus Stammzellen gewonnenen Kardiomyozyten könnte somit eine konzeptionell neue therapeutische Strategie für Patienten mit Herzinsuffizienz darstellen.


Link zur Publikation:
Contractile Force of Transplanted Cardiomyocytes Actively Supports Heart Function After Injury (Stüdemann et al., 2022)