Die infektiöse Endokarditis ist eine meist bakterielle Infektion der Herzklappen und aufgrund der unspezifischen Symptomatik und späten Diagnosestellung häufig mit einer schlechten Prognose assoziiert – so verstirbt innerhalb eines Jahres fast ein Drittel der Erkrankten an den Folgen der Endokarditis.
Bisherige Therapieoptionen sind auf langwierige Antibiotika-Gaben und aufwändige herzchirurgische Operationen beschränkt, wobei gerade ältere Patientinnen und Patienten häufig nicht operabel sind und aus Mangel an Therapieansätzen an der Erkrankung versterben. Ein tiefergehendes Verständnis der lokalen und systemischen Immunantwort auf die infektiöse Endokarditis, über die bisher nur wenige Daten vorliegen, könnte zur Entwicklung neuer Therapieansätze führen.
Im Rahmen des durch die Corona-Stiftung geförderten Projektes ENDORSE („Innovative therapeutic approaches in infective ENDOcarditis leveraging reveRSE translation“) wird Rainer Kaiser basierend auf einer multi-omics-gestützten Phänotypisierung der Abwehrreaktion in Endokarditis-Patientinnen und -Patienten Immuntargets untersuchen, die neue Therapieansätze in der Endokarditis darstellen könnten. Hierfür nutzt die Nachwuchsgruppe Bioproben von Patientinnen und Patienten, maßgeschneiderte In-vitro-Methoden wie biologisch aktive 3D-Modelle von Klappenvegetationen, und ein translationales Mausmodell der Endokarditis.
PD Dr. Rainer Kaiser studierte Humanmedizin an der Universität Heidelberg und promovierte an der Universität zu Köln. Seit 2019 arbeitet er als Clinician Scientist am DZHK-Standort München und schloss dort am LMU-Klinikum die Facharzt-Weiterbildung für Innere Medizin und Kardiologie sowie die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin ab. Seit 2024 leitet Rainer Kaiser eine Nachwuchsforschungsgruppe am Interfaculty Center for Endocrine and Cardiovascular Disease Network Modeling and Clinical Transfer (ICON).
Quelle: Deutsches Stiftungszentrum