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Verkehrslärm möglicherweise mit erhöhtem Risiko für Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden

Eine neue Studie von Forschenden des Helmholtz Munich und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) deutet darauf hin, dass Straßenverkehrslärm mit einem erhöhten Risiko für kardiometabolische Erkrankungen wie Bluthochdruck, Schlaganfall oder Typ-2-Diabetes in Verbindung stehen könnte.

Forschende untersuchten den Zusammenhang zwischen der Straßenverkehrslärmbelastung am Wohnort und der Gesundheit. © AdobeStock

Die Ergebnisse zeigen, dass eine höhere Lärmbelastung mit einer ungünstigen Verteilung von Fettgewebe – insbesondere mit erhöhten Fettdepots unter der Haut, um die inneren Organe und in der Leber – assoziiert ist. Diese spezifischen Fettverteilungen gelten als frühe Risikofaktoren für Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Für die Untersuchung wurden MRT-Daten von über 11.000 Teilnehmenden der NAKO Gesundheitsstudie analysiert und mit Informationen zur Straßenverkehrslärmbelastung am Wohnort kombiniert. Die Auswertung basiert auf Daten des Europäischen Umweltinformations- und Umweltbeobachtungsnetzes (EIONET) für das Jahr 2017. Zusätzlich wurden Faktoren wie Alter, Vorerkrankungen, Lebensstil, sozioökonomischer Status sowie Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung und Grünflächen berücksichtigt.

Professor Dr. Annette Peters, Direktorin des Instituts für Epidemiologie am Helmholtz Munich und Principal Investigator am DZHK: „Frühere Studien haben Hinweise geliefert, dass insbesondere nächtliche Lärmbelastung die Qualität des Schlafs beeinflusst. Dies kann Stress und den Hormonhaushalt beeinflussen, was Auswirkungen auf das Körpergewicht haben kann. Daher sollten nicht nur verhaltensbedingte, sondern auch nicht-verhaltensbedingte Risikofaktoren bei der Prävention von Übergewicht und der Vorbeugung von Folgeerkrankungen durch die Verringerung von Verkehrslärm erforscht werden.“ 

Das Wissenschaftlerteam konnte beobachten, dass ein Anstieg der Lärmbelastung um 10 Dezibel mit einem höheren Volumen von Körperfett sowie einer Zunahme des Leberfetts bei Männern und Frauen einherging. Dieser Zusammenhang ließ sich auch bei Lärmwerten unterhalb der Schwelle von 53 dB(A) beobachten – einem Wert, den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Beginn gesundheitsschädlicher Lärmbelastung einstuft. Die beobachteten Assoziationen blieben auch konsistent, wenn zusätzliche Einflussfaktoren einbezogen wurden.

Die Forschenden verweisen darauf, dass die verwendeten Verkehrslärmdaten nicht flächendeckend erhoben wurden. Teilnehmende, für deren Wohnort keine Daten vorlagen, konnten nur mit einem konservativen Schätzwert in die Analyse einbezogen werden. Künftige Studien sollten daher auf eine umfassendere und kontinuierliche Erfassung von Verkehrslärm sowie die Berücksichtigung weiterer Lärmquellen hinwirken, um die gesundheitlichen Auswirkungen noch genauer untersuchen zu können.


Publikation: 
Niedermayer F. et al., Associations of road traffic noise with adipose tissue depots and hepatic health Results from the German National Cohort (NAKO), enviornment international, May 2025.

Quelle: Pressemitteilung der NAKO Gesundheitsstudie