Ein innovatives Herz-MRT-Screening ermöglicht die Früherkennung einer Herzschwäche oft Jahre vor den ersten Symptomen. Erste Ergebnisse des G-BA-geförderten Projekts „HerzCheck“ zeigen, dass nahezu vollautomatisierte, telemedizinisch überwachte Kardio-MRTs eine asymptomatische Herzinsuffizienz frühzeitig identifizieren und gezielt behandeln können. Dadurch verbessern sich Prognose und Lebensqualität der Patient:innen, während Krankenhausaufenthalte und Folgekosten reduziert werden.
Am 30. März 2025 präsentierte das „HerzCheck“-Team des Deutschen Herzzentrums der Charité (DHZC) diese Erkenntnisse beim ACC-Kongress in Chicago. In der Studie wurden über 4.500 Patient:innen in ländlichen Regionen untersucht. Bei fast einem Viertel wurde mithilfe modernster MRT-Diagnostik eine subklinische Herzinsuffizienz festgestellt – im Schnitt fast sieben Jahre früher als in der Kontrollgruppe mit herkömmlichen Diagnosemethoden. Die vollständigen Evaluationsergebnisse werden im Sommer 2025 erwartet.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Früherkennung entscheidend ist, um schwerwiegende Verläufe der Herzinsuffizienz zu vermeiden“, sagt „HerzCheck“-Konsortialführer Prof. Dr. med. Sebastian Kelle, Leiter der Kardiovaskulären Bildgebung am Deutschen Herzzentrum der Charité (DHZC), Campus Virchow-Klinikum. „Moderne Früherkennungsverfahren wie „HerzCheck“ könnten daher in die Regelversorgung integriert werden. Insbesondere die Möglichkeit, untersucherunabhängig, mobil, telemedizinisch überwacht, bedarfsgerecht und mit etablierten Messmethoden eine Herzschwäche zu erkennen, bietet viele Chancen – auch als Vorlage für andere Organsysteme. Außerdem brauchen wir mehr valide Daten sowie gezielte Forschung zu präventiven Maßnahmen, um herauszufinden, welche Therapien das Fortschreiten einer asymptomatischen Herzinsuffizienz wirksam verhindern können und wie der Bedarf an Versorgung in den kommenden Jahren einzuschätzen ist.“