"Ich freue mich sehr über die Möglichkeit, das Institut mit einem starken Team in eine neue Phase zu führen", sagt Zeller. Das Institut ist bekannt für die Pionierarbeit in der genetischen Analyse kardiovaskulärer Erkrankungen, zu der insbesondere Jeanette Erdmann (†), die frühere Leiterin des Instituts, maßgeblich beigetragen hat.
Grundlagenforschung mit patientennaher Anwendung verknüpfen
Zeller, ausgebildete Biologin, will die bestehenden Forschungslinien nicht nur fortsetzen, sondern gezielt erweitern. „Mit Blick auf eine potenzielle klinische Anwendung liegt mein Fokus auf der gezielten Translation unserer genetischen und molekularen Erkenntnisse – von der funktionellen Charakterisierung molekularer Marker bis hin zur Evaluierung ihres Potenzials als therapeutische Zielstrukturen.“ Hierbei kombiniert sie moderne Omics-Technologien, bioinformatische Methoden sowie molekulare und epidemiologische Analysen, um systemmedizinische Konzepte zu entwickeln.
Besonderes Augenmerk legt sie auf die umfassende Untersuchung molekularer (Bio)marker. „Wenn wir ein Protein als potenziellen Krankheitsmarker identifizieren, ist es entscheidend, dass wir es auch im Blut nachweisen können, um diesen Marker langfristig klinisch einsetzen zu können.“
Ein Meilenstein ihrer bisherigen Arbeit ist die Entwicklung eines innovativen klinischen Algorithmus zur Herzinfarktdiagnostik, an dessen Entstehung sie gemeinsam mit den klinischen und biostatistischen Kolleg:innen mitwirkt hat. Besonders begeisterte sie, dass dieser Erfolg zu einer Ausgründung führte, an der sie beteiligt ist. Derzeit wird die praktische Anwendbarkeit als Medizinprodukt geprüft.
Stark vernetzt in Forschung und Klinik
Aktuell arbeiten rund 20 Wissenschaftler:innen am Institut für Kardiogenetik. Die enge Zusammenarbeit mit den Kliniken des Universitären Herzzentrums in Lübeck sowie Zellers weitreichendes Netzwerk bilden ein starkes Fundament für die interdisziplinäre Forschung. "Mir war es wichtig, dass die Anbindung an die Klinik gegeben ist – das ermöglicht uns echte Translation", betont sie.
Im Rahmen des DZHK bringt Zeller ihre Erfahrung nicht nur wissenschaftlich, sondern auch strukturell ein. "Das DZHK hat meine Karriere stark geprägt – von der Gruppenleitung über die DZHK Professur bis hin zur heutigen Institutsleitung. Ich möchte meine Erfahrungen und das Netzwerk aktiv nutzen, um den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern“.
Mit Enthusiasmus in eine neue Phase
Vor ihrem Wechsel nach Lübeck war Zeller am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig, wo sie neben ihrer Forschung auch in Gremienarbeit engagiert war – unter anderem als Gleichstellungsbeauftragte. Sie ist Mutter von drei Kindern und schätzt an Lübeck die enge Campusstruktur und Familienfreundlichkeit der Stadt. „Ich bin mit viel Enthusiasmus hierhergekommen und freue mich darauf, das Institut gemeinsam mit den Mitarbeitenden weiterzuentwickeln.“