Coronavirus SARS-CoV-2 – Fragen und Antworten für Herz-Kreislauf-Patienten

    Fragen und Antworten zum neuartigen Coronavirus

    Das neuartige Coronavirus hat die Welt fest im Griff, täglich gibt es neue Entwicklungen. Viele Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen fragen sich, was diese spezielle Situation für sie persönlich bedeutet. Das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) möchte ihnen Orientierung geben und wichtige Fragen beantworten.

    Die hier genannten Informationen werden von uns laufend aktualisiert.

    Zuletzt aktualisiert am 19.04.2021

    Hier erfahren Sie mehr über das DZHK.

     

    Fragen und Antworten zum Coronavirus SARS-CoV-2

    (Die Antworten öffnen sich durch einen Klick auf die jeweilige Frage)

    Haben Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19?

    Aktualisiert am 21.01.2021

    Personen mit Vorerkrankungen des Herzens, zum Beispiel einer koronaren Herzerkrankung, zählen zu den Personengruppen, die ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus haben. Denn eine Infektion mit einem Virus oder einem Bakterium stellt eine zusätzliche Belastung für das Herz-Kreislauf-System dar. Ist das Herz durch eine Vorerkrankung geschwächt, kann eine Infektion es überfordern, sodass die Erkrankung schwerer verläuft.

    Das zeigen auch Daten der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.: Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die wegen COVID-19 im Krankenhaus behandelt werden, haben mit 13,3 Prozent ein fast doppelt so hohes Risiko an COVID-19 zu versterben wie im Krankenhaus behandelten COVID-19-Patienten ohne kardiovaskuläre Vorerkrankungen (Sterblichkeit von 7,6 %).

    Unabhängig von einer Vorerkrankung nimmt das Risiko außerdem bei Menschen ab ca. 50 bis 60 Jahren mit steigendem Alter, bei Rauchern und bei stark übergewichtigen (adipösen) Menschen  zu.

    Folgende Vorerkrankungen erhöhen das Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19:

    Vorerkrankungen

    • des Herzens (z. B. koronare Herzerkrankung, Herzschwäche, Bluthochdruck) 
    • der Lunge (z. B. Asthma, chronische Bronchitis, COPD)
    • der Niere
    • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen
    • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • Patienten mit einer Krebserkrankung
    • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, z. B. Cortison).


    Für Erwachsene und Kinder mit angeborenen Herzfehlern verweisen wir auf die Informationen unserer Partnereinrichtung Kompetenznetz Angeborene Herzfehler sowie auf die Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler (DGPK).

    Schädigt COVID-19 das Herz?

    Aktualisiert am 27.08.2020

    COVID-19 kann Herz und Kreislauf sowohl direkt als auch indirekt beeinträchtigen. Durch die Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus können akute Schäden am Herz, Herzmuskelentzündungen, Herzrhythmusstörungen und Thrombosen auftreten. Zu akuten Schäden am Herz kommt es beispielsweise bei sieben bis 17 Prozent der Patienten, die wegen COVID-19 im Krankenhaus behandelt werden mussten. Das zeigen bis Mitte März veröffentlichte Daten, die überwiegend aus China stammen.

    Forscher an den DZHK-Standorten RheinMain und Berlin konnten nun SARS-CoV-2 im Herzmuskel von Patienten nachweisen, die mit Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung ins Krankenhaus gekommen waren. Bei allen konnte kein Virusmaterial im Rachenraum nachgewiesen werden, aber sie hatten vor rund 4 Wochen eine SARS-CoV2-Infektion mit milden Symptomen durchgemacht. Wie und ob das Vorkommen von SARS-CoV-2 und die Herzmuskelentzündung zusammenhängen ist laut den Forschern noch nicht geklärt.

    Wie können sich Herz-Kreislauf-Patienten schützen?

    Zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus gelten auch für Herz-Kreislauf-Patienten die besonders wichtigen allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln. Außerdem ist es wichtig, dass sie ihre vom Arzt verordneten Medikamente konsequent weiter einnehmen.

    Hygiene

    • Keine Hände schütteln.
    • Die Hände täglich mehrmals gründlich mit Seife waschen (mindestens 20 Sekunden) oder desinfizieren.
    • Nur Papiertaschentücher verwenden und diese nach einmaligem Gebrauch sofort in einen Mülleimer mit Deckel entsorgen.
    • Beim Niesen und Husten wegdrehen und in die Armbeuge husten oder niesen, anschließend die Hände mit Seife waschen oder desinfizieren.


    Abstand

    • Zu anderen Menschen einen Abstand von mindestens 1 bis 2 Metern einhalten.
    • Öffentliche Veranstaltungen mit vielen Menschen auf engem Raum nach Möglichkeit meiden.
    • Auf unnötige Reisen und Flüge verzichten.
    • Falls möglich telemedizinische Sprechstundenangebote nutzen.
    • Generell sollten Menschen, die Krankheitszeichen im Bereich der Atemwege haben, zu Hause bleiben.


    Information

    • Aktiv über das Krankheitsbild informieren, um Symptome frühzeitig selbst zu erkennen.

    Sollten sich Herz-Kreislauf-Patienten gegen COVID-19 impfen lassen?

    Aktualisiert am 01.04.2021

    Die Deutsche Herzstiftung und die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung raten Herz-Kreislauf-Patienten ausdrücklich, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen. Sie zählen zu den Personengruppen mit einem hohen Risiko für einen schweren Verlauf, wovor sowohl die Impfung mit den mRNA-basierten Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna sowie der Vektorimpfstoff von Astra Zeneca schützen können. In die aktuelle Covid-19-Impfempfehlung vom 1. April 2021 hat die Ständige Impfkommission (STIKO) außerdem den Vektorimpfstoff Janssen von Johnson & Johnson aufgenommen.

    Den Impfstoff von Astra Zeneca empfiehlt die STIKO seit dem 30. März 2021 nur noch für Menschen ab 60 Jahren. Grund sind seltene Hirnvenenthrombosen, die größtenteils bei unter 60-Jährigen auftraten.

    Der Impfstoff von Johnson & Johnson muss nur einmal in den Muskel verimpft werden. Für einen vollständigen Impfschutz sind bei den anderen drei Impfstoffen zwei in den Muskel verabreichte Impfdosen notwendig. Bei den mRNA Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna wird ein Abstand von  sechs Wochen zwischen der ersten und der zweiten Dosis empfohlen. Für den Vektorimpfstoff von Astra Zeneca empfiehlt die STIKO die zweite Dosis nach zwölf Wochen zu impfen. Für Menschen unter 60 Jahren, die bereits einmal mit Astra Zeneca geimpft wurden, empfiehlt die STIKO vorerst, anstelle der zweiten Astra-Zeneca-Impfstoffdosis eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs zu verabreichen.

    Auch Menschen mit einer künstlichen Herzklappe, einem Stent, einem Herzschrittmacher oder einem implantierbaren Defibrillator können sich gegen COVID-19 impfen lassen. Innerhalb der ersten acht Tage nach einem Herzinfarkt sollte laut der Deutschen Herzstiftung jedoch keine Impfung erfolgen.  Im Aufklärungsgespräch vor der Impfung sollten Herz-Kreislauf-Patienten unbedingt ihre Vorerkrankungen sowie die verordneten Medikamente erwähnen. Das RKI rät, dass Patienten die Blutverdünner einnehmen, mit einer besonders dünnen Kanüle geimpft werden und anschließend fünf Minuten Druck auf die Einstichstelle ausgeübt wird. Auch eine längere Nachbeobachtungszeit von 15 bis 30 Minuten wird dann empfohlen.

    Herzspezialist Professor Thomas Meinertz vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung betont, dass der Nutzen der COVID-19-Impfung bei Weitem die Risiken überwiegt. Häufig beobachtete Nebenwirkungen der COVID19-Impfung waren zum Beispiel Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber.  Schwere allergische Reaktionen traten nur vereinzelt auf und vor allem bei Menschen, die schon vorher starke allergische Reaktionen gezeigt hatten. Menschen mit mehreren Allergien sollten sich vor der Impfung deshalb mit ihrem behandelnden Facharzt besprechen.

    Die Hirnvenenthrombosen wurden laut dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bis jetzt (Stand 19.3.2021) bei einem Fall pro 100.000 Astra-Zeneca-Impfungen beobachtet. Bis auf zwei 36 bzw. 57 Jahre alte Männer waren Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren betroffen. Ob der Vektorimpfstoff die seltenen Gerinnungsstörungen verursacht, ist laut PEI noch unklar.

    Laut Meinertz haben Millionen von Impfungen gezeigt, dass die Impfstoffe von Biontech Pfizer, Moderna und Astra Zeneca in der Regel gut verträglich seien, so dass die Ablehnung einer Impfung mit dem Astra-Zeneca-Impfstoff angesichts der gut dokumentierten Wirksamkeit unbegründet und unvernünftig sei.

    Weitere Informationen zur COVID-19-Impfung finden Herz-Kreislauf-Patienten bei der Deutschen Herzstiftung, bei der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung, beim Bundesministerium für Gesundheit und beim Robert Koch-Institut.

     

     

     

     



    Wie soll man sich bei Verdacht auf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall verhalten?

    Aktualisiert am 19.04.2021

    Die Kliniken sind weiterhin flächendeckend dafür gerüstet, Notfallerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu behandeln. Mit dem Coronavirus infizierte Patienten werden auf getrennten Stationen versorgt.

    Rufen Sie auch in Zeiten von COVID-19 unbedingt den Notarzt, wenn Sie den Verdacht haben, ein Herzinfarkt oder Schlaganfall könnte vorliegen. Werden diese Erkrankungen nicht unverzüglich im Krankenhaus behandelt, können sie schwere Folgen wie Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen oder Lähmungen haben und auch tödlich enden.

    Deutsche Kliniken registrierten während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020, dass weniger Patienten mit Verdacht auf einen Herzinfarkt (minus 31 Prozent) in die Krankenhäuser kamen. Herz-Kreislauf-Experten und Notfallmediziner fürchten, dass sich dies, aus Verunsicherung und Angst vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus, wiederholen könnte.

    Die Deutsche Herzstiftung und die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie haben deshalb zusammen mit der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (European Society of Cardiology, ESC) und dem Bündnis der Europäischen Herzstiftungen (European Heart Network, EHN) die Aufklärungskampagne „Ein krankes Herz kann niemals warten – Trotz Corona: Warnsignale des Herzens nicht ignorieren“ gestartet. Sie rufen dazu auf,  Anzeichen einer akuten Herzerkrankung und Verschlechterungen einer bestehenden Herzerkrankung ernst zu nehmen und entweder den Notruf zu wählen oder einen Arzt aufzusuchen. Ebenso appellieren sie an chronisch Herzkranke, ihre Medikamente weiter einzunehmen und Kontrolltermine beim Arzt wahrzunehmen.

    Die Kampagnenseite informiert über die wichtigsten Symptome von Herzinfarkt, die teilweise den Symptomen von COVID-19 (Luftnot, Brustschmerzen) ähneln. Außerdem finden sich dort Ratgeber, Experten-Beiträge, Video-Clips und Illustrationen zum Thema Herzinfarkt (Ursachen, Symptome, Therapie) und zu Herzerkrankungen allgemein.

     

     

     

    Erhöht Bluthochdruck das Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf?

    Aktualisiert am 05.01.2021

    Bluthochdruck ist ein eigenständiger Risikofaktor für eine schwer verlaufende SARS-CoV-2-Infektion wenn er nicht behandelt wird. Das zeigt eine aktuelle Studie¹, laut der außerdem Blutdrucksenker das Risiko für schwere COVID-19-Verläufe senken können. Die Studie unterstreicht damit, wie wichtig es ist, dass Patienten ihre Blutdruckmedikamente konsequent weiter einnehmen.

    Bluthochdruck gilt bereits seit der ersten Welle der SARS-CoV-2-Pandemie als ein Risikofaktor für einen schweren Verlauf von COVID-19. Da meistens ältere Menschen einen erhöhten Blutdruck haben, war bislang nicht klar, ob er auch unabhängig vom Alter ein Risikofaktor ist.

    ¹ Trump S, Lukassen S, Anker MS et al. Hypertension delays viral clearance and exacerbates airway hyperinflammation in patients with COVID-19. Nature Biotechnology. Published 24 December, 2020. https://www.nature.com/articles/s41587-020-00796-1  

    Quellen:
    Pressemitteilung  Universitätsklinikum Leipzig AöR und Pressemitteilung Deutsche Hochdruckliga

    Erhöhen Blutdrucksenker das Risiko für einen ungünstigen Verlauf einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2?

    Aktualisiert am 05.01.2021

    Weder ACE-Hemmer noch Angiotensin-Rezeptor-Blocker erhöhen das Risiko, für einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung oder sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren. Das bestätigt eine im November 2020 veröffentlichte große Meta-Analyse¹ der Universitätsmedizin Mannheim. In dem Übersichtsartikel wurden alle bis dahin in internationalen Zeitschriften veröffentlichten klinischen Studien ausgewertet, die sich mit der Rolle von Blutdrucksenkern bei Lungenentzündungen beschäftigen. Die Auswirkungen der Medikamente wurden dabei einerseits auf das Infektionsrisiko und die Gesamtsterblichkeit bei COVID-19-Patienten und bei Patienten mit einer Lungenentzündung untersucht, die nicht mit einer Corona-Infektion in Verbindung steht. In beiden Gruppen hatten die Blutdrucksenker keine negativen Effekte. ACE-Hemmer scheinen das Risiko für einen SARS-CoV-2 Infektion oder eine Lungenentzündung sowie für schwere Krankheitsverläufe sogar zu senken. Die Ergebnisse untermauern, dass Patienten ihre Blutdrucksenker bedenkenlos weiter einnehmen können.

    Fachgesellschaften und Experten wie Professor Thomas Eschenhagen, Vorstandsprecher des DZHK, hatten bereits zu Beginn der Pandemie davor gewarnt, blutdrucksenkende Medikamente abzusetzen, da dies erhebliche Gesundheitsrisiken mit sich bringt. Denn es ist bewiesen, dass ACE-Hemmer und Sartane bei Patienten mit Bluthochdruck und Herzschwäche die Sterblichkeit und die Wahrscheinlichkeit senken, im Krankenhaus behandelt werden zu müssen. Außerdem schützen sie die Nieren dieser Patienten.


    ¹ Comparison of Infection Risks and Clinical Outcomes in Patients with and without SARS‐CoV‐2 Lung Infection under Renin‐Angiotensin‐Aldosterone‐System Blockade ‐ Systematic Review and Meta‐Analysis. Chang Chu, Shufei Zeng, Ahmed A. Hasan, Carl‐Friedrich Hocher, Bernhard K. Kraemer, Berthold Hocher,British Journal of Clinical Pharmacology, First published: 20 November 2020
    DOI: https://doi.org/10.1111/bcp.14660

    Quelle: Pressemitteilung Universitätsmedizin Mannheim



    Verschlechtert Ibuprofen den Verlauf von COVID-19?

    Zurzeit gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass Ibuprofen und andere Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 verschlechtern. Laut Professor Thomas Eschenhagen, Vorstandsprecher des DZHK, ist es aber für Patienten, die Ibuprofen oder andere NSAR zum Beispiel bei grippeähnlichen Symptomen einnehmen, ohne Probleme möglich, auf Paracetamol auszuweichen. Es hat zumindest eine ähnlich gute fiebersenkende Wirkung. Professor Eschenhagen weist außerdem darauf hin, dass für Herzpatienten, die Acetylsalicylsäure (ASS) als Standardtherapie zur Thromboseprophylaxe einnehmen, bei einer Grippe ohnehin nur Paracetamol in Frage kommt. Wer Paracatmol einnimmt, sollte aber unbedingt die Dosis-Obergrenzen beachten, da dieses Medikament die Leber schädigen kann.

    Auch die europäische Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt, Fieber und Schmerzen bei Patienten mit einer SARS-CoV-2-Infektion sowohl mit Paracetamol als auch mit schmerzlindernden und entzündungshemmenden Medikamenten wie Ibuprofen zu behandeln. Die WHO hat ihre Warnung vor der Einnahme von Ibuprofen in Zusammenhang mit einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus ebenfalls widerrufen.

    Was bedeutet die Coronavirus-Pandemie für meine Teilnahme an einer klinischen Studie des DZHK?

    Je nachdem wie eine Studie konzipiert ist, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten für den weiteren Ablauf. Manchmal können Telefonate oder Videokonsultationen einen Termin in der Klinik ersetzen, eventuell ändern sich der Zeitpunkt oder die Anzahl der Visiten. Prinzipiell gilt, dass alle klinischen Studien, deren Abbruch oder Aufschub die Studienteilnehmer gefährden würde, fortgesetzt werden.

    Falls Ihr Studienarzt Sie noch nicht über den weiteren Ablauf informiert hat, nehmen Sie bitte telefonisch oder per E-Mail Kontakt zu Ihrem Studienzentrum auf, bevor Sie Ihren nächsten Termin vor Ort wahrnehmen. Kontaktdaten finden Sie auch in der DZHK-Studienliste auf der Probandeninformationsplattform des DZHK.

    Haben die Krankenhäuser noch ausreichend Kapazitäten für andere Notfälle als COVID-19-Patienten?

    Aktualisiert am 19.04.2021

    Die Kliniken sind weiterhin flächendeckend dafür gerüstet, Notfallerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu behandeln. Mit dem Coronavirus infizierte Patienten werden auf getrennten Stationen versorgt.

    Rufen Sie auch in Zeiten von COVID-19 unbedingt den Notarzt, wenn Sie den Verdacht haben, ein Herzinfarkt oder Schlaganfall könnte vorliegen. Werden diese Erkrankungen nicht unverzüglich im Krankenhaus behandelt, können sie schwere Folgen wie Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen oder Lähmungen haben und auch tödlich enden.

    Deutsche Kliniken registrierten während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020, dass weniger Patienten mit Verdacht auf einen Herzinfarkt (minus 31 Prozent) in die Krankenhäuser kamen. Herz-Kreislauf-Experten und Notfallmediziner fürchten, dass sich dies, aus Verunsicherung und Angst vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus, wiederholen könnte.

    Die Deutsche Herzstiftung und die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie haben deshalb zusammen mit der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (European Society of Cardiology, ESC) und dem Bündnis der Europäischen Herzstiftungen (European Heart Network, EHN) die Aufklärungskampagne „Ein krankes Herz kann niemals warten – Trotz Corona: Warnsignale des Herzens nicht ignorieren“ gestartet. Sie rufen dazu auf,  Anzeichen einer akuten Herzerkrankung und Verschlechterungen einer bestehenden Herzerkrankung ernst zu nehmen und entweder den Notruf zu wählen oder einen Arzt aufzusuchen. Ebenso appellieren sie an chronisch Herzkranke, ihre Medikamente weiter einzunehmen und Kontrolltermine beim Arzt wahrzunehmen.

    Die Kampagnenseite informiert über die wichtigsten Symptome von Herzinfarkt, die teilweise den Symptomen von COVID-19 (Luftnot, Brustschmerzen) ähneln. Außerdem finden sich dort Ratgeber, Experten-Beiträge, Video-Clips und Illustrationen zum Thema Herzinfarkt (Ursachen, Symptome, Therapie) und zu Herzerkrankungen allgemein.

     

     

    Ist ein Mund-Nasen-Schutz sinnvoll?

    Aktualisiert am 27.08.2020

    Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist in allen Bundesländern Pflicht. Auch Schals oder Tücher sind hierfür erlaubt. Die Maskenpflicht gilt im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften. In einigen Bundesländern ist ein Mund-Nasen-Schutz zusätzlich auf Wochenmärkten, in Schulen, Bibliotheken oder Arztpraxen verpflichtend. Eine Übersicht zu den Vorschriften in den einzelnen Bundesländern sowie eventuell anfallenden Bußgeldern bei Verletzung der Maskenpflicht gibt es hier.

    Generell gilt, dass gesunde Personen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes oder einer „Behelfsmaske“ aus Stoff nicht davor schützt, sich mit dem neuartigen Coronavirus anzustecken. Am besten schützt man sich und andere vor COVID-19 durch die allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln. Dazu gehören: Husten und Niesen in die Armbeuge anstatt in die Hand, eine gute Händehygiene (mind. 20 Sekunden mit Seife waschen) und Abstand zu anderen Personen halten (ca. ein bis zwei Meter). Außerdem sollten sich erkrankte Personen selber isolieren und zuhause bleiben.

    Ein Mund-Nasen-Schutz kann jedoch laut Robert-Koch-Institut (RKI) das Risiko verringern, andere Personen anzustecken. Nicht jeder bemerkt sofort, dass er mit SARS-CoV-2 infiziert ist oder weist überhaupt Symptome auf, kann aber den Erreger trotzdem auf andere übertragen. Dies geschieht, wenn man niest, hustet oder spricht. Denn dabei entstehen Tröpfchen, die ansteckend sind. Eine einfache Mund-Nasen-Bedeckung kann diese abfangen. Dafür gibt es inzwischen erste wissenschaftliche Hinweise. Ausatemventile scheinen diese Fremdschutzwirkung jedoch zu verringern. Deshalb sind MNB mit einem Ausatemventil weniger geeignet, um andere vor einer Ansteckung zu schützen.

    An Orten, an denen der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann oder man sich länger aufhält, wie öffentlichen Verkehrsmitteln, Lebensmittelgeschäften und Arbeitsplätzen, kann eine Mund-Nasen-Bedeckung dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus zu reduzieren. Voraussetzung ist, dass viele Menschen im öffentlichen Leben eine solche Behelfsmaske tragen und diese richtig handhaben.

    Eine optimale Wirksamkeit einer Mund-Nasen-Bedeckung ist nur dann gegeben, wenn diese eng anliegend sitzt, bei Durchfeuchtung gewechselt und während des Tragens nicht zurechtgezupft oder um den Hals getragen wird.

    Richtig abhalten können nur spezielle Schutzmasken (FFP-Masken ab Schutzstufe 2) das Virus. Informationen zu den verschiedenen Maskenarten, ihren Eigenschaften sowie wie man sie am besten handhabt und pflegt gibt es beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

    Können Visiere einen Mund-Nasen-Schutz ersetzen?

    Aktualisiert am 27.08.2020

    Nach Ansicht des Robert Koch-Instituts sind Visiere kein gleichwertiger Ersatz für einen Mund-Nasen-Schutz (MNS). Denn anders als ein an den Rändern eng anliegender MNS können Visiere nicht das Vorbeiströmen von Luft an den Seiten verringern bzw. die Geschwindigkeit des Atemstroms oder des Speichel-/Schleim-Tröpfchenauswurfs reduzieren. In der Regel können sie maximal die Tröpfchen auffangen, die direkt in Richtung der Scheibe fliegen: Es gibt jedoch noch nicht viele Daten zur Wirksamkeit der Visiere und in den einzelnen Bundesländern gelten unterschiedliche Regelungen dazu wann und ob ein Visier anstelle eines MNS getragen werden kann. Außerdem können Menschen, die aus medizinischen oder anderen Gründen keinen MNS benutzen können, mit dem Tragen eines Visiers einen Beitrag leisten die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen und ihre Unterstützung für die angeordneten Maßnahmen zeigen.

    Wer sollte sich testen lassen?

    Derzeit entscheiden Kliniken und Hausärzte, wer auf das neuartige Coronavirus getestet wird und orientieren sich dabei an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI). Auch wenn nur leichte Symptome wie Fieber, Halsschmerzen oder Atembeschwerden auftreten, empfiehlt das RKI insbesondere immer dann ärztlichen Rat einzuholen und nach einem Test zu fragen, wenn zusätzlich einer der folgenden Punkte zutrifft:

    • Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall innerhalb der letzten 14 Tage.
    • Es besteht eine Vorerkrankung oder die Atemwegserkrankung wird schlimmer (Atemnot, hohes Fieber etc.).
    • Bei der Arbeit oder ehrenamtlichen Tätigkeit kommt es zu Kontakt mit Menschen, die ein hohes Risiko für schwere Erkrankungen haben (z.B. im Krankenhaus oder der Altenpflege).

    Bereits bevor das Testergebnis vorliegt, sollte man zu Hause bleiben und sich selbst isolieren, weiterhin den empfohlenen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten, auf gute Händehygiene achten und einen Mund-Nasen-Schutz tragen, falls man Kontakt zu anderen hat.

    Tests bei Personen ohne jegliche Krankheitssymptome werden nicht empfohlen.


    Wo kann man sich testen lassen?

    Wenn Sie vermuten sich infiziert zu haben, gehen Sie nicht in die Arztpraxis. Rufen Sie Ihren behandelnden Arzt oder Ihre behandelnde Ärztin an. Wenn diese/r nicht erreichbar ist, rufen Sie den Patientenservice der Kassenärztlichen Bundesvereinigung unter der Telefonnummer 116 117 an. Der oder die dortige Mitarbeiter/in entscheidet, ob Sie getestet werden müssen und bespricht mit Ihnen die weiteren Schritte.

    Falls Sie Kontakt zu positiv getesteten Personen hatten, sollten Sie sich an das zuständige Gesundheitsamt wenden, welches Ihnen mit einer individuellen Befragung persönliche Maßnahmen empfehlen kann. Einen Gesundheitsamt-Finder finden Sie auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts: https://tools.rki.de/PLZTool/?q=66045

    Wo bekomme ich weiterführende Informationen?

    Weitere vertrauenswürdige allgemeine Informationen über den neuartigen Coronavirus, wie man sich schützen und an wen man sich wenden kann, sind auf diesen Internetseiten zu finden:


    Hotlines für Bürger bieten unter anderem auch die Unabhängige Patientenberatung Deutschland, einige Bundesländer und Krankenkassen an.