• Das DZHK

Deutsche Herz-Kreislauf-Forscher bündeln ihre Kräfte – zum Wohle der Patienten

Deutsche Herz-Kreislauf-Forscher bündeln ihre Kräfte – zum Wohle der Patienten

Die Herz-Kreislauf-Medizin konnte in den letzten Jahrzehnten große Erfolge verzeichnen. So ging beispielsweise die Herzinfarkt-Sterblichkeit in den vergangenen zehn Jahren um fast die Hälfte zurück. Gründe dafür: bessere Medikamente gegen erhöhtes Cholesterin und weniger Raucher. Und dennoch – Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen noch immer ganz oben in den Krankheitsstatistiken: Koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt und Herzschwäche waren 2011 laut Statistischem Bundesamt die drei häufigsten Todesursachen in Deutschland. 

Um weitere Fortschritte zu erzielen, wird die patientenorientierte, interdisziplinäre Forschung mit großen Studien, Kohorten und Biobanken immer wichtiger. Im Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) finden Wissenschaftler den Raum für solche Forschungsprojekte. Das DZHK bietet ihnen einen Rahmen, um Forschungsideen gemeinsam, besser und schneller als bisher umsetzen zu können. Wichtigstes Ziel des DZHK ist es, neue Forschungsergebnisse möglichst schnell allen Patienten in Deutschland verfügbar zu machen und Therapien sowie die Diagnostik und Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen voranzutreiben. 

Um dies zu erreichen, hat sich die deutsche Herz-Kreislauf-Forschung mit der Gründung des DZHK 2011 neu aufgestellt. 28 Einrichtungen an sieben Standorten in ganz Deutschland bündeln ihre Kräfte und entwickeln eine gemeinsame Forschungsstrategie.

Das DZHK ist als Verein organisiert, dessen Arbeitsweise in einer Satzung geregelt ist.

Mission:
Translation als Chance – für Herzpatienten und Gesundheitssystem 

Das DZHK konzentriert sich darauf, neue Ansätze aus der Herz-Kreislauf-Forschung schnellstmöglich in die klinische Praxis zu überführen (Translation), um Diagnose, Prävention und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verbessern. Diese Mission ist von größter klinischer und gesundheitswirtschaftlicher Bedeutung, da Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Folge der zunehmenden Stoffwechselstörungen (Adipositas, Diabetes) und des demografischen Wandels noch weiter zunehmen werden. 

Im Fokus des DZHK steht die Erforschung von drei Hauptthemen, die besonders wichtig für Patienten und für das Gesundheitssystem sind: 

  • Prävention und Therapie des Herzinfarkts 
  • Prävention und individualisierte Therapie der Herzschwäche
  • Prävention des plötzlichen Herztodes

Finanzierung

Das DZHK wird zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent von denjenigen Ländern gefördert, in denen seine Mitgliedseinrichtungen ihren Sitz haben (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein). 

Das DZHK wählt auch im Rahmen seiner Förderung einen innovativen Ansatz. Normalerweise werden in einem Verbund die gesamten Gelder für mehrere Jahre im Voraus auf die Partner aufgeteilt. Diese Mittel sind dann zwar gut investiert, ihre Verwendung kann aber durch den Verbund nur noch begrenzt strategisch gesteuert werden. Das DZHK vergibt hingegen jedes Jahr aufs Neue freie Mittel in erheblichem Umfang im Wettbewerb. Voraussetzung für diese Projekte ist, dass mehrere Partner daran beteiligt sind. Die Ideen für diese Projekte entstehen im DZHK – und das DZHK entscheidet im Rahmen eines in der Wissenschaft üblichen Gutachterverfahrens auch darüber, welche Projekte gefördert werden. Nicht jeder Partner muss hieran gleichmäßig oder nach einem festen Schlüssel profitieren; gute Ideen und Kooperationsfähigkeit setzen sich durch. Auch bietet diese Strategie die Chance, kurzfristig aktuelle Forschungsprojekte zu finanzieren und damit zu realisieren. So werden die Mittel flexibel eingesetzt, und damit die besten wissenschaftlichen Ansätze gefördert. Mit dieser Strategie wird das große intellektuelle und experimentelle Potenzial für translationale Ideen der Partnerstandorte genutzt.