REVACEPT-PCI in CAD


Revacept, a novel inhibitor of platelet adhesion in patients with stable coronary artery disease undergoing elective percutaneous coronary intervention: a randomized, double-blind, placebo-controlled, phase II Trial (REVACEPT-PCI in CAD)

Bei einer koronaren Herzerkrankung sind die Herzkranzgefäße verengt. Wenn die Ärzte mithilfe eines Katheters die Gefäße weiten, können die Ablagerungen (Plaques) reißen und die Wände der Blutgefäße verletzt werden. Solche kleinen Verletzungen sind ein Risikofaktor für Durchblutungsstörungen und Herzinfarkte, da sich an diesen Stellen Blutplättchen anlagern und Gerinnsel bilden können. Deshalb erhalten die Patienten schon während des Eingriffs blutverdünnende Medikamente, die verhindern, dass sich die Blutplättchen zusammenlagern. Nachteil der bislang eingesetzten Medikamente ist, dass sie auch das Risiko für potenziell lebensbedrohliche Blutungen erhöhen. Denn sie hemmen einen zentralen Schritt der Blutstillung, das Zusammenlagern der Blutplättchen, im gesamten Körper. In der Studie soll untersucht werden, ob der neuartige Plättchenhemmer Revacept die Bildung von Blutgerinnseln bei einer Herzkatheteruntersuchung verringert, ohne das Blutungsrisiko zu erhöhen. Denn im Gegensatz zu herkömmlichen Blutverdünnern bindet Revacept nur an die verletzten Gefäßstellen und schirmt sie so ab, dass sich keine Blutplättchen anlagern können.

Revacept wurde in jahrelanger Grundlagenforschung zum Bindungsverhalten von Blutplättchen an verletzte Gefäßstellen entwickelt. Dabei wurde sich auf die Bindung der Blutplättchen an Kollagen konzentriert, das nur bei verletzten Gefäßwänden in den Blutstrom ragt. Der Wirkstoff Revacept bindet gezielt an das Kollagen der geschädigten Stellen und verhindert so, dass sich dort Blutplättchen anlagern.

Revacept wurde durch die Biotechfirma advanceCOR zum Medikament für die Anwendung am Menschen weiterentwickelt. In einer vorangegangenen Studie mit gesunden Probanden hat sich bereits gezeigt, dass Revacept sicher und gut verträglich ist. In dieser Studie sollen nun erstmals 330 Patienten mit einer koronaren Herzerkrankung untersucht werden, bei denen eine Katheterbehandlung geplant ist. Ein Teil der Patienten wird zusätzlich zu der üblichen Medikation mit Revacept behandelt.

Während der Studie wird das Risiko für Blutungen kontrolliert und anhand eines Markers im Blut überprüft, ob Revacept Durchblutungsstörungen im Herzen ausreichend verhindert.

Leitende Wissenschaftler
Adnan Kastrati, Steffen Massberg (München)

Medizinische Einrichtung
Deutsches Herzzentrum München

Stichwörter
perkutane Koronarintervention, Glykoprotein VI, Hemmung der Blutplättchenadhäsion, stabile koronare Herzerkrankung

Rekrutierungsbeginn
11/2017

Probanden (geplant)
332

Probanden (rekrutiert)
260

ClinicalTrials.gov

Kategorie
Frühe klinische Studie

Status
DZHK-teilfinanzierte Studie

Operativer Kontakt:
Studienzentrale - Dr. Marion Janisch
(janischm@dhm.mhn.de)