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DZHK-Biobanken harmonisieren


Biobank-Experten des DZHK entwickeln einheitliche Standards für Biobanken. Sie trafen sich im Oktober zu einem Auftaktworkshop in Greifswald.

Vom Abteilungstiefkühlschrank bis zum vollautomatischen Probenlager: Die Biobanken der DZHK-Partner unterscheiden sich bisher in ihrer Größe, in den gesammelten Biomaterialien und vor allem im Umgang mit den Proben. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Forschung im Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) sind Zentren übergreifende Studien. Für diese müssen die Standard Operating Procedures (SOPs) der einzelnen Biobanken soweit wie möglich angeglichen werden.

Biobankenexperten des DZHK trafen sich deshalb zu einem zweitägigen Workshop im Rahmen der Programmgruppe 7 am 18. Und 19. Oktober in Greifswald. Eingeladen zu der Veranstaltung, an der auch externe Experten etwa der Nationalen Kohorte und des Kompetenznetzes Angeborene Herzfehler teilnahmen, hatten Prof. Matthias Nauck und Prof. Henri Wallaschofski vom Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin der Universitätsmedizin Greifswald.

„Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe“, beschreibt Programmgruppen-Sprecher Nauck den derzeitigen Zustand im DZHK. Proben kann man nach einer Stunde einfrieren oder nach drei, man kann sie bei minus 20 Grad oder bei minus 176 Grad lagern. Ebenso divers ist derzeit die Charakterisierung der klinischen Parameter der Patienten. Ein EKG in Greifswald ist nicht dasselbe wie in München oder in Hamburg.  Nur Daten, die nach einheitlichen Standards erhoben worden sind, garantieren jedoch eine hohe Qualität für die Forschung, darin waren sich die Teilnehmer einig.

Die Workshopteilnehmer machten es sich deshalb zur Aufgabe, ein Konzept für die Harmonisierung der Biobanken und der klinischen Phänotypisierung innerhalb des DZHK zu erstellen. Vorrangige  Ziele sind die Etablierung eines Zentralen Datenmanagements und einer föderierten Biobankstruktur auf der Grundlage eines einheitlichen Laborinformationssystems. Zudem müssen die Regeln zur Material- und Datennutzung erarbeitet werden. Und die Zeit drängt: 2013 sollen die vier ersten Register und klinischen Studien im DZHK anlaufen. Deshalb lag ein Hauptaugenmerk darauf, die nächsten Schritte in diesem Prozess zu identifizieren und zu organisieren. Es bildeten sich dazu fünf Arbeitsgruppen, die die wichtigsten Themen des Harmonisierungsprozesses abbilden (verantwortliche Personen in Klammern): Zentrales Datenmanagement (Blankenberg, Rienhoff); Use-Access, Datenschutz, Ethik (Pickardt, Kramer); Laborinformationssystem (Nauck); Phänotypisierung und Qualitätsmanagement (Wachter); Präanalytik und Biobanking (Wallaschofski, Zeller).

Nunmehr startet die konkrete Projektarbeit in den Arbeitsgruppen. Diese treffen sich bereits am 22. und 23. November 2012 zu einem nächsten Workshop in Göttingen und präsentieren ihre ersten Ergebnisse. Nach erneuter Diskussion werden dem DZHK ein entsprechendes Positionspapier und konkrete Vorschläge zur Umsetzung der ehrgeizigen Ziele im Dezember zur Beratung vorgelegt.

 

Kontakt:
Prof. Matthias Nauck (Sprecher Programmgruppe 7), Universitätsmedizin Greifswald, Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin, matthias.nauck(at)uni-greifswald.de
Prof. Henri Wallaschofski, Universitätsmedizin Greifswald, Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin, henri.wallaschofski(at)uni-greifswald.de