Herzschwäche

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Jeder zehnte Deutsche über 70 Jahre lebt mit einer chronischen Herzschwäche und ist dadurch massiv in seiner Lebensqualität eingeschränkt. Die Anzahl der Todesfälle durch Herzschwäche sinkt zwar seit 1990 kontinuierlich, aber die Erkrankungshäufigkeit nimmt stetig zu. So ist die Herzschwäche in Deutschland die häufigste Ursache für einen stationären Krankenhausaufenthalt: 2016 hatten 518 Patienten pro 100.000 Einwohnern eine so schwere Herzinsuffizienz, dass sie in einem Krankenhaus aufgenommen wurden. Gegenüber 2015 hat sich diese Zahl damit um zwei Prozent erhöht. 

Krankheitsbild

Wenn das Herz den Körper nicht mehr mit ausreichend sauerstoffreichem Blut versorgen kann, liegt eine Herzschwäche vor. Bei einer systolischen Herzschwäche liegt das daran, dass die Pumpkraft des Herzens eingeschränkt ist. Bei einer diastolischen Herzschwäche bleibt diese erhalten, aber die linke Herzkammer ist steif und wird nicht adäquat mit Blut gefüllt. Betroffene leiden bei beiden Formen unter Atemnot, fühlen sich schwach und sind nicht mehr so belastbar. Auch Flüssigkeitseinlagerungen in der Lunge und z. B. in den Armen und Beinen treten auf, da sich das Blut in den Venen und der Lunge staut. Ebenso kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen. Eine Herzschwäche verschlimmert sich zunehmend und wird in verschiedene Stadien eingeteilt. 

Ursache

Herzschwäche ist die Folge anderer Erkrankungen. Einer systolischen Herzschwäche gehen am häufigsten eine koronare Herzkrankheit (verengte Herzkranzgefäße) und Bluthochdruck voraus. Aber auch Herzmuskelerkrankungen, Herzklappenfehler oder chronische Lungenerkrankungen können ihr zugrunde liegen. Die diastolische Herzschwäche hat ebenfalls unterschiedliche Ursachen, dazu gehören eine Entzündung oder eine Verdickung des Herzmuskels. Begleitend treten bei ihr häufig Bluthochdruck, Diabetes, Vorhofflimmern und Übergewicht auf.

Therapie

Bereits in frühen Stadien wird die systolische Herzschwäche mit Medikamenten behandelt, z. B. mit ACE-Hemmern, Diuretika oder Betablockern. Sie sollen die Symptome reduzieren, Krankenhausaufenthalte verhindern und die Überlebensrate verbessern. Bei einer diastolischen Herzschwäche sind diese Arzneimittel wirkungslos, hier hängt die Medikation von den Begleiterkrankungen ab. Ein abgestimmtes körperliches Training gehört bei beiden Formen zur Therapie. Es hilft insbesondere Patienten mit einer diastolischen Herzschwäche ihre Leistungsfähigkeit und ihr Wohlbefinden zu steigern.

Ist die Erkrankung weiter fortgeschritten, kann die Implantation eines Schrittmachers nötig werden, um asynchrone Kontraktionen des Herzens zu verhindern. Zum Schutz vor lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen kann es außerdem erforderlich sein, einen Defibrillator oder Kardioverter zu implantieren. Diese kleinen Geräte geben Stromstöße ab, um die gefährlichen Herzrhythmusstörungen wieder zu beenden. Im letzten Stadium spricht man von einer terminalen Herzinsuffizienz. Das Herz ist so stark geschädigt, dass es auch in Ruhe nicht mehr in der Lage ist, ausreichend sauerstoffreiches Blut durch den Körper zu pumpen. Bereits ohne dass sie sich körperlich anstrengen, verspüren die Betroffenen Atemnot, sind schwach, nicht belastbar und bettlägerig. Für viele ist eine Herztransplantation die einzige Chance, langfristig zu überleben. Die Wartelisten für eine Transplantation sind jedoch lang, im Durchschnitt warten die Patienten 17 Monate bis zur Transplantation. Zur Überbrückung der Wartezeit und zunehmend auch als dauerhafte Lösung pflanzen die Ärzte ein Herz-Kreislaufunterstützungssystem (Ventricular Assist Device, VAD) ein. Das DZHK führt dazu die Studie VAD-DZHK3 durch.

Weitere Informationen zur Herzschwäche finden Sie unter
http://www.herzstiftung.de/herzinsuffizienz.html

und beim Kompetenznetz Herzinsuffizienz
http://knhi.de

Laufende DZHK-Studien zu Herzschwäche:
VAD-DZHK3